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Detail­lierte Neben­kos­ten­ab­rech­nung einführen

«Ich habe meine Eigen­tums­woh­nung in Zürich ver­mie­tet. Die Neben­kos­ten sind gemäss Ver­trag pau­schal darin ent­hal­ten. Wie gehe ich vor, wenn ich die Neben­kos­ten wegen gestie­ge­nen und wei­ter stei­gen­den Ener­gie­kos­ten zum effek­ti­ven Preis ver­rech­nen möchte?»

Es gibt wei­ter­hin Fälle, in denen die Neben­kos­ten pau­schal bezahlt wer­den. In die­sen Fäl­len trägt die Ver­mie­ter­schaft das Risiko für Preis­schwan­kun­gen allein. Casafair emp­fiehlt einen Wech­sel vom Modell mit Pau­scha­len zum Modell mit Akon­to­zah­lun­gen und einer Abrech­nung nach effek­tiv bezahl­ten Neben­kos­ten. Die trägt zur Kos­ten­trans­pa­renz für beide Sei­ten bei.

Aus «casanostra» 168

Der Autor

Nadim Cham­mas
Redak­tor «casanostra»

Solar­boom in der Schweiz

Die Nach­frage nach Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen auf dem eige­nen Dach steigt. Das spü­ren auch die Bera­te­rin­nen und Bera­ter von Casafair. Sie erhal­ten deut­lich mehr Anfra­gen von Mit­glie­dern, die nun auf Son­nen­en­er­gie umsat­teln möchten.

«Unsere Ölhei­zung ist im März aus­ge­stie­gen, jetzt wür­den wir gerne eine Solar­hei­zung instal­lie­ren.» So kann es tönen, wenn der Zür­cher Ener­gie­be­ra­ter Andreas Edel­mann einen Anruf erhält. Er ist Prä­si­dent von Casafair Zürich und berät Mit­glie­der von Casafair.» Das Inter­esse an Solar­ener­gie ist in den letz­ten Jah­ren deut­lich ange­stie­gen», stellt er fest.

Dafür gibt es viele Gründe: Die Bau­kos­ten für Solar­an­la­gen sind gesun­ken. Das seit 2018 gel­tende neue Ener­gie­ge­setz hat es ein­fa­cher gemacht, den Strom vom eige­nen Dach sel­ber zu ver­brau­chen. Mit Immo­bi­lien auf direkt angren­zen­den Grund­stü­cken darf der Strom sogar geteilt wer­den. Die Preise für her­kömm­li­chen Strom aus dem Netz sind 2021 stark gestie­gen, und der Ukrai­ne­krieg hat Haus­be­sit­ze­rin­nen und ‑Besit­zer zusätz­lich moti­viert, den Bau einer Solar­an­lage ins Auge zu fassen.

Ein hal­ber Qua­drat­me­ter pro Kopf 

Das Bun­des­amt für Ener­gie bestä­tigt den Zuwachs: 2021 sei der Pho­to­vol­taik-Zubau im Ver­gleich zum Vor­jahr um 43 Pro­zent auf einen neuen Rekord­wert von 683 Mega­watt ange­stie­gen. Das ent­spricht einer neu zuge­bau­ten Solar­pa­nel-Flä­che von rund 0.4 Qua­drat­me­tern pro Kopf. Ins­ge­samt waren per Ende 2021 in der Schweiz Solar­pa­nels mit einer Leis­tung von 3,65 Giga­watt instal­liert, die 3,7 Pro­zent des Schwei­zer Strom­be­darfs abde­cken. Ein Jahr zuvor waren es noch 3,1 Prozent.

Sau­bere Aus­le­ge­ord­nung schützt vor Fehlentscheiden

Die Mit­glie­der gelan­gen mit sehr unter­schied­li­chen Fra­gen an die Bera­te­rin­nen und Bera­ter von Casafair. » Man­che brin­gen ein gros­ses Vor­wis­sen mit, ande­ren ist beim Erst­kon­takt noch nicht bewusst, dass es mit Pho­to­vol­taik und Solar­ther­mie zwei unter­schied­li­chen Mög­lich­kei­ten gibt, um Son­nen­en­er­gie zu nut­zen», erzählt Edel­mann. Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen erzeu­gen Strom, ther­mi­sche Anla­gen dage­gen Wärme für das Warm­was­ser oder die Heizung.

Der wich­tigste Tipp des Fach­manns lau­tet: » Die Instal­la­tion einer Solar­an­lage sollte man immer in Zusam­men­hang mit dem Heiz­sys­tem eines Hau­ses betrach­ten». Als ers­tes gelte es zu ent­schei­den, wie ein Gebäude künf­tig geheizt wer­den soll. Danach könne man über­le­gen, wel­che solare Ergän­zung dazu passe. Ein Wär­me­pumpe erhöht den Strom­ver­brauch eines Hau­ses zum Bei­spiel deut­lich, dem­entspre­chend macht es Sinn eine Pho­to­vol­ta­ik­an­lage zu bauen, um den zusätz­li­chen Strom­be­darf mög­lichst sel­ber zu pro­du­zie­ren. Zu einer Holz­hei­zung passt dage­gen eher eine Solarthermieanlage.

Der Zustand der Bau­sub­stanz und die Nut­zung eines Gebäu­des beein­flus­sen die Wahl der pas­sen­den Haus­tech­nik eben­falls. Oft ist es daher sinn­voll, vor dem Kauf einer Solar­an­lage eine Gebäu­de­aus­weis (GEAK) zu erstel­len. Ein vier­sei­ti­ger GEAK-Bericht zum Ist-Zustand eines Hau­ses ist ab 700 Fran­ken zu haben. Für einen rund dreis­sig­sei­ti­gen GEAK-Plus-Bericht ist je nach Grösse der Immo­bi­lie mit Kos­ten zwi­schen 1500 und 3000 Fran­ken zu rech­nen. Die­ser ent­hält zusätz­lich kon­krete Vor­schläge für eine ener­ge­ti­sche Sanie­rung. Da viele Kan­tone und Gemein­den den GEAK-Plus mit einem För­der­bei­trag von rund 1000 Fran­ken unter­stüt­zen, hal­ten sich die Aus­ga­ben unter dem Strich in Grenzen.

Steile Lern­kurve von Bau- und Immobilienbranche 

Sicher ist: Solar­an­la­gen für den Eigen­ver­brauch-ins­be­son­dere die Zusam­men­schlüsse für den Eigen­ver­brauch- bie­ten für Bau­herr­schaf­ten heute ganz neue Mög­lich­kei­ten. Par­al­lel dazu stei­gen immer mehr Kon­su­men­tin­nen und Kon­su­men­ten auf Elek­tro­au­tos um.

Haus­be­sit­zer, Archi­tek­tin­nen, Solar­teur-Fir­men und Immo­bi­li­en­ver­wal­tun­gen ste­hen des­halb vor span­nen­den Her­aus­for­de­run­gen. «Die Lern­kurve der Bran­che ist im Moment enorm» sagt Mar­kus Chré­tien, Geschäfts­lei­ter von Solar­spar, einem gemein­nüt­zi­gen Ver­ein, der seit über dreis­sig Jah­ren den Bau von Solar­an­la­gen vorantreibt.

Im Juli 2018 nahm Solar­spar in Rünen­berg (BL) einen ers­ten Zusam­men­schluss zum Eigen­ver­brauch in Betrieb. «Mit einer Leis­tung von rund 22,2 Kilo­watt­peak für drei Pri­vat­haus­halte war diese Anlage zwar nur knapp halb so gross wie unsere nor­ma­len,» erklärt Chré­tien. «Aber sie bot uns die Gele­gen­heit, die­ses neue Kon­zept aus­zu­pro­bie­ren und die dafür nöti­gen Geschäfts­pro­zesse auf­zu­bauen.» Die Her­aus­for­de­run­gen seien viel­fäl­tig : Es brau­che juris­tisch ein­wand­freie Ver­träge, trans­pa­rente und ver­brauchs­ge­rechte Strom­ab­rech­nun­gen, und auch tech­nisch müsse alles stim­men. Der pas­sende Anschluss ans Inter­net, um die Anlage zu über­wa­chen, ist nur ein Bei­spiel von vielen.

«Zudem gilt es, den Eigen­ver­brauch zu opti­mie­ren», sagt Chré­tien. Das heisst: Idea­ler­weise sollte dann Strom ver­braucht wer­den, wenn die Solar­an­lage läuft. Durch die Nut­zung der Solar­ener­gie für die Warm­was­ser­auf­be­rei­tung, geschickt gewählte Zeit­fens­ter für den Start der Wach­ma­schine oder das Laden von Elek­tro­fahr­zeu­gen und viele wei­tere Mass­nah­men lässt sich die Eigen­ver­brauchs­quote erhöhen.

Öko­no­misch ist das vor­teil­haft : Der Strom vom eige­nen Dach ist heute oft­mals bil­li­ger als der Strom aus dem öffent­li­chen Netz; zudem erhält man für den über­schüs­si­gen Strom, den man ins Netz ein­speist, von vie­len loka­len Ener­gie­un­ter­neh­men nur eine sehr kleine Entschädigung.

Infra­struk­tur für Elektroautos 

Mitt­ler­weile rich­tet Solar­spar mit grös­se­rer Kelle an : In Die­pf­lin­gen (BL) ging im Früh­ling 2022 die Anlage für das Mehr­fa­mi­li­en­haus » in den Reben » in Betrieb. Ein Neu­bau mit zehn Eigen­tums­woh­nun­gen. Solar­spar hat bei der Pla­nung des Gebäu­des mit­ge­wirkt und als Con­trac­ting-Part­ner die Finan­zie­rung und den Betrieb der Anlage übernommen.

Bei die­sem Bau gehörte die Pla­nung der Park­ga­rage zu den spe­zi­el­len Her­aus­for­de­run­gen : » Es genügt lei­der nicht, ein­fach vor­sorg­lich leere Rohre für den künf­ti­gen Ein­bau von Lade­sta­tio­nen für Elek­tro­au­tos ein­zu­pla­nen», erzählt der ver­ant­wort­li­che Archi­tekt, Angelo Toma­selli. » Wird spä­ter bei Bedarf eine Sta­tion nach der ande­ren instal­liert, kann es zu Über­las­tun­gen im Strom­netz kom­men, was die loka­len Netz­be­trei­ber­fir­men natür­lich nicht tole­rie­ren.» Dank einem von Anfang an instal­lier­ten Flach­band­ka­bel in der Ein­stell­halle und Last­ma­nage­ment in der Elek­tro­haupt­ver­tei­lung wird der Zubau von Lade­sta­tio­nen » In den Reben» nun pro­blem­los mög­lich sein.

Bera­tung für Ver­mie­ter und Stockwerkeigentümerschaften 

Tho­mas Har­deg­ger, Vize­prä­si­dent von Casafair und Vor­stands­mit­glied von Solar­spar, berät Casafair-Mit­glie­der in juris­ti­schen Fra­gen, die beim Bau von Solar­an­la­gen auf­tau­chen. Die Anlie­gen sind viel­fäl­tig : » Darf ich die Miete nach der Instal­la­tion erhö­hen ? Wie weise ich den Solar­strom in der Neben­kos­ten­ab­rech­nung aus ? Wie bringe ich die Par­teien einer Stock­werk­ei­gen­tü­mer­schaft dazu, bei der nächs­ten Haus­sa­nie­rung auf Son­nen­en­er­gie zu setzen ?»

Har­deg­ger ist sel­ber Haus­be­sit­zer, und beruf­lich ist der ehe­ma­lige SP-Natio­nal­rat als Lie­gen­schafts­ver­wal­ter tätig. Zwei Wohn­häu­ser und ein Grös­se­res Gebäude mit Gewerbe-und Wohn­nut­zung hat er bereits auf ZEV umrüs­ten las­sen. Bei sei­nem neu­es­ten Objekt hat er zusätz­lich in eine öko­lo­gi­sche Salz-Spei­cher­bat­te­rie aus Schwei­zer Pro­duk­tion inves­tiert, um die Selbst­ver­sor­gung der Lie­gen­schaft zu erhö­hen. Er ist über­zeugt : «Gut geplante Lösun­gen mit Solar­ener­gie ren­tie­ren. Sie schnei­den auch im Ver­gleich zu Fern­wärme vor­teil­haft ab !»

Für Ver­mie­te­rin­nen und Ver­mie­ter sei ein Zusam­men­schluss zum Eigen­ver­brauch erfah­rungs­ge­mäss ein­fa­cher umzu­set­zen als im Stock­werk­ei­gen­tum, da es Bei letz­te­ren oft ein­zelne Par­teien gebe, wel­che die Inves­ti­ti­ons­kos­ten nicht auf­brin­gen wol­len oder können.

Die Neu­ge­stal­tung der Strom­ab­rech­nung sei aus sei­ner Sicht keine beson­dere Hexe­rei. Seine Firma arbeite bei­spiels­weise mit einem moder­nen Immo­bi­li­en­ver­wal­tungs­pro­gramm. «Im Moment erar­bei­ten wir eine Schnitt­stelle mit dem Unter­neh­men, das für uns den Strom abliest. Danach flies­sen die Daten auto­ma­tisch in die Neben­kos­ten­ab­rech­nun­gen unse­rer Mie­ter ein.» Falls jemand die Neben­kos­ten­ab­rech­nung lie­ber nicht sel­ber erstelle wolle, lasse sich die­ser Auf­gabe pro­blem­los ganz oder teil­weise an spe­zia­li­sierte Fir­men auslagern.

Genos­sen­schaf­ten und Bal­kon-Module als Alternative

Es gibt Lie­gen­schaf­ten, die nicht für den Bau von Solar­an­la­gen geeig­net sind oder Stock­werk­ei­gen­tü­mer­schaf­ten, die sich dage­gen ent­schei­den. Auch wer zu Miete wohnt, kann nicht frei über das Dach sei­nes Wohn­hau­ses ver­fü­gen. Doch selbst in sol­chen Situa­tio­nen kön­nen Pri­vat­per­so­nen aktive zur Ener­gie­wende beitragen.

Eine erste Mög­lich­keit ist es, einer Solar­ge­nos­sen­schaft bei­zu­tre­ten, um so in den Bau von neuen Anla­gen zu inves­tie­ren. In der Schweiz gibt es mehr als 120 sol­che Genos­sen­schaf­ten
(www.sses.ch/de/solargenossenschaften).

Die Casafair Sek­tion HabitatDurable Neu­châ­tel war 2017 an der Grün­dung von «Coo­p­sol» betei­ligt. Diese Koope­ra­tive ist sehr erfolg­reich und seit­her ste­tig gewach­sen. «Inter­es­sier­ten geben wir unser Wis­sen gerne wei­ter !» sagt Vero­nika Pan­til­lon, Pro­jekt­ver­ant­wort­li­che Roman­die bei Casafair und Coo­p­sol-Ver­wal­tungs­rä­tin. Casafair-Bera­ter und Solar­pio­nier Ama­deus Witt­wer ist eben­falls eine gute Kon­takt­adresse : er hat 2012 die Orga­ni­sa­tion » Ener­gie Genos­sen­schaft Schweiz» gegründet.

Aus­ser­dem kön­nen Solar­an­la­gen längst nicht mehr nur auf dem Dach mon­tiert wer­den. So gibt es bei­spiels­weise solare Boden­plat­ten, Solar­türme für den Gar­ten und Kleinst­an­la­gen für den Bal­kon. Wer sich für ein steck­fer­ti­ges Solar­mo­dul für den Bal­kon inter­es­siert, fin­det auf dem Ener­gie­be­ra­tungs­por­tal www.topten.ch/solar eine Liste die­ser inno­va­ti­ven Geräte oder sieht sich die Mit­glie­der­an­ge­bote auf Seite 19 in die­sem Heft genauer an.

Lang­sa­mer als andere Länder 

Die Schwei­ze­ri­sche Ener­gie­stif­tung SES hat die Pro-Kopf-Pro­duk­tion von Son­nen- und Wind­ener­gie der 27 Staa­ten der Euro­päi­schen Union und der Schweiz ver­gli­chen. Im Stich­jahr 2021 lan­det die Schweiz auf Platz 23, knapp von Ungarn, Tsche­chien, Slo­we­nien, der Slo­wa­kei und Lett­land. Spit­zen­rei­ter Däne­mark und Schwe­den pro­du­zie­ren pro Kopf rund acht­mal mehr Strom aus Solar- und Wind­ener­gie als die Schweiz. Nur gerade 5,6 Pro­zent des Strom­ver­brauchs wur­den hier­zu­lande mit den bei­den neuen erneu­er­ba­ren Tech­no­lo­gien erzeugt. In Däne­mark dage­gen rund 53 Prozent.

«Der ver­hal­tene Aus­bau der erneu­er­ba­ren Strom­pro­duk­tion in der Schweiz liegt an den ungüns­ti­gen poli­ti­schen Rah­men­be­din­gun­gen», hält die SES in ihrem Bericht fest. Um den Aus­bau anzu­kur­beln, müss­ten vor allem die Preis­ri­si­ken für Inves­to­rin­nen und Inves­to­ren gesenkt wer­den. So brau­che es für Bau­herr­schaf­ten von klei­ne­ren Anla­gen sta­bile Rück­lie­fer­ta­rife der loka­len Strom­ver­sor­gungs­fir­men für den ins Netz eige­speis­ten Strom.

Aus «casanostra» 167

Die Autorin

Mirella Wepf
Mirella Wepf
Journalistin

Tipps für den Umgang mit der Ener­gie­knapp­heit: Merk­blatt für Vermieter*innen

Ener­gie­knapp­heit: Stei­gende Ener­gie­preise und eine unsi­chere Ent­wick­lung belas­ten die Haus­halte und führen zu Planungs­schwierigkeiten beim Bud­ge­tie­ren der zukünftigen Neben­kos­ten. Die Ver­rech­nung der Neben­kos­ten geschieht dabei unter­schied­lich – in den meis­ten Fällen mit­tels Ver­rech­nung der effek­ti­ven Kos­ten mit­tels detail­lier­ter Neben­kos­ten­ab­rech­nung oder über Pauschalbeträge. Sind die Neben­kos­ten im Miet­zins inklu­diert, emp­feh­len wir eine Bera­tung durch eine Fach­per­son. Unsere Tipps für Vermieter*innen sol­len ihnen hel­fen, die Haus­ge­mein­schaft auf die Ener­gie­knapp­heit vorzubereiten. 

Bezahlt die Mie­ter­schaft die Neben­kos­ten mit Neben­kos­ten­pau­scha­len gemäss Art. 4 VMWG, trägt die Ver­mie­ter­schaft das Risiko für Preis­schwan­kun­gen allein. In die­sem Fall sind die Mehr­kos­ten der Ener­gie­preis-Erhö­hun­gen von der Ver­mie­ter­schaft zu tra­gen. Die Pau­schale berech­net sich anhand der Durch­schnitts­werte der ver­gan­ge­nen drei Jahre – die gestie­ge­nen Preise kön­nen somit auch bei einer Erhö­hung der Pau­schal­be­träge erst mit einer Ver­zö­ge­rung und auch nicht rück­wir­kend wei­ter­ge­ge­ben wer­den. Für diese ein­sei­tige Ver­trags­än­de­rung ist das amt­li­che For­mu­lar vor­ge­schrie­ben, die Ände­rung muss auf den nächs­ten Kün­di­gungs­ter­min kom­mu­ni­ziert wer­den. Der Mie­ter­schaft steht ihrer­seits das Recht auf Anfech­tung offen. Casafair emp­fiehlt einen Wech­sel des Modells mit Pau­scha­len zu einer Abrech­nung nach effek­ti­ven Neben­kos­ten mit Akontozahlungen.

Dabei bezahlt die Mie­ter­schaft die effek­ti­ven Neben­kos­ten und leis­tet dafür monat­lich eine Akon­to­zah­lung, die Vermieter*innen erstel­len eine jähr­li­che Neben­kos­ten­ab­rech­nung. Wem das zu kom­pli­ziert ist, kann diese Auf­gabe auch bei unse­ren Fach­per­so­nen aus dem Bera­tungs­netz­werk in Auf­trag geben – wir bera­ten Sie gerne.

Beim Modell mit Akon­to­zah­lun­gen zeich­net sich ab, dass Ende der Heiz­pe­ri­ode hap­pige Nach­zah­lun­gen fäl­lig wer­den. Darum sol­len Vermieter*innen jetzt die Höhe der künf­ti­gen Neben­kos­ten über­prü­fen und die Akon­to­zah­lun­gen wo nötig anpas­sen. Am ein­fachs­ten geht es, wenn die Mie­ter­schaft die Akon­to­zah­lun­gen frei­wil­lig erhöht. Dafür genügt es, mit einem ein­fa­chen Schrei­ben (inklu­sive Talon) der Mie­ter­schaft anzu­bie­ten, dass Sie ab einem bestimm­ten Datum eine frei wähl­bare oder fix vor­ge­schla­gene höhere monat­li­che Akon­to­zah­lung leis­ten kön­nen. Die Ver­mie­ter­schaft kann die Akon­to­zah­lung auch von sich aus als ein­sei­tige Ver­trags­än­de­rung anpas­sen, dies ist mit dem amt­li­chen For­mu­lar auf den nächs­ten Kün­di­gungs­ter­min möglich.

Casafair emp­fiehlt, in jedem Fall aktiv und früh­zei­tig auf die Mie­ter­schaft zuzu­ge­hen und trans­pa­rent über die Ent­wick­lung der Neben­kos­ten zu ori­en­tie­ren. Wenn ein Ersatz der fos­si­len Hei­zung geplant ist, wird eine vor­über­ge­hende Erhö­hung der Neben­kos­ten wegen stei­gen­den Prei­sen für fos­sile Heiz­ener­gie von der Ver­mie­ter­schaft auch eher akzeptiert.

Wei­tere Tipps für Vermieter*innen zur Energieknappheit:

  • Auf­merk­sam­keit schaf­fen: Mieter*innen regel­mäs­sig auf Spar­mög­lich­kei­ten auf­merk­sam machen.
  • Ener­gie­ma­nage­ment: Kon­trolle und regel­mäs­sige Infor­ma­tion zu den Spar­er­fol­gen an die Mieter*innen; das schafft Ver­trauen und Unterstützung.
  • Ver­brauchs­ab­hän­gige Heiz­kos­ten- und Was­ser­ab­rech­nung ein­füh­ren, wo das mit ver­tret­ba­rem Auf­wand mög­lich ist.
  • Früh­zei­tig den Kon­takt zu den Mieter*innen suchen, wenn sich eine Erhö­hung der Neben­kos­ten abzeichnet.
  • Im Zwei­fels­fall: Las­sen Sie Ihre Miet­ver­träge durch eine Fach­per­son über­prü­fen, ob diese der aktu­el­len Recht­spre­chung entsprechen.

Tipps für den Umgang mit der Ener­gie­knapp­heit: Merk­blatt für Wohneigentümer*innen

Die Tipps von Casafair zum Umgang mit der Ener­gie­knapp­heit rich­ten sich an Wohneigentümer*innen und die­nen dazu, mit kurz­fris­tig umsetz­ba­ren Mass­nah­men die Ener­gie­knapp­heit zu ent­schär­fen und das vom Bund anvi­sierte Spar­ziel von 15% für die Schwei­zer Haus­halte zu errei­chen. Die Hin­weise sol­len moti­vie­ren, rasch erste Mass­nah­men umzu­set­zen, um dann den Mut zu haben, wei­tere Schritte in Angriff zu neh­men. Die Liste mit den Emp­feh­lun­gen ist nicht neu, soll jedoch Ansporn sein, unse­ren lieb­ge­wor­de­nen und lei­der sehr ver­schwen­de­ri­schen Ener­gie­ver­brauch zu hin­ter­fra­gen. Wenn alle mit­tun, ent­ge­hen wir einem gros­sen Pro­blem, spa­ren Geld und schüt­zen das bereits stark hava­rierte Klima und die Umwelt.

Tipps und Emp­feh­lun­gen zur Energieknappheit

Schnelle Vor­keh­run­gen für Wohneigentümer*innen mit teil­weise gros­sem Sparpotential

  • Fens­ter- und Haustür­dich­tun­gen
    Über­prü­fen Sie die Dich­tig­keit mit einem ein­ge­klemm­ten Blatt Papier: wenn Sie die­ses bei geschlos­se­nem Fens­ter weg­zie­hen kön­nen, dann soll­ten die Dich­tun­gen ersetzt wer­den. Diese sind im Bau­markt güns­tig zu haben.
  • Jalou­sie-Läden
    Geschlos­sene Läden erstel­len ein Zwi­schen­klima zum Fens­ter, das die Abküh­lung der Glä­ser wesent­lich ver­rin­gert und das Wohn­klima verbessert.
  • Lüf­ten
    Nur kurz und kräf­tig lüf­ten und Fens­ter in Kipp­stel­lung vermeiden.
  • Hei­zung
    Las­sen Sie den Ser­vice regel­mäs­sig durchführen.
  • Raum­tem­pe­ra­tu­ren
    Dros­seln Sie die Tem­pe­ra­tu­ren in Wohn­zim­mern auf 20°, in Schlaf­zim­mern auf 16° und im Bad auf 23° Cel­sius. Ther­mo­me­ter sind sehr güns­tig. Umwälz­pumpe der Hei­zung
    Las­sen Sie eine alte Pumpe durch ein ener­gie­ef­fi­zi­en­te­res Modell ersetzen.
  • Heizkurve/Vorlauftemperatur/Nachtabsenkung
    Über­prü­fen Sie diese oder las­sen Sie diese durch den Ser­vice­mon­teur neu einstellen.
  • Heiz­kör­per
    Wenn es gur­gelt und nicht rich­tig warm wird, dann ent­lüf­ten Sie die Radia­to­ren und mon­tie­ren Sie Ther­mo­stat­ven­tile für die gere­gelte Wärmeabgabe.
  • Boi­ler
    Die Erhit­zung des Boi­lers auf 60° genügt und die­ser sollte, je nach Här­te­grad, alle 3 – 5 Jahre ent­kalkt werden.
  • Duschen statt baden
    Ein Bad benö­tigt 170 lt. Warm­was­ser, eine Dusche nur 50 lt. und mit einer Spar­brause noch weniger.
  • Ener­gie-Spar­lampe
    Erset­zen Sie strom­fres­sende Glüh­lam­pen durch spar­same LED-Lam­pen. Diese gibt es heute für alle Lam­pen­fas­sun­gen und in unter­schied­li­chem Design.
  • Beleuch­tung ein/aus
    Löschen Sie das Licht an unbe­nütz­ten Orten oder mon­tie­ren Sie Bewe­gungs­mel­der; diese über­neh­men das Beleuch­tungs-Manage­ment und löschen das Licht, wenn sich nie­mand im Raume aufhält.
  • Stand-by-Funk­tio­nen
    Schal­ten Sie die Stand-by-Funk­tion bei Abwe­sen­heit oder län­ge­rem Nicht­ge­brauch des Gerä­tes ab und nut­zen Sie intel­li­gente Steckerleisten.
  • Haus­halt­ge­räte
    Erset­zen Sie den alten Kühl­schrank, die Geschirr­wasch­ma­schine durch ein ener­gie­ef­fi­zi­en­tes Modell.
  • Tumb­ler
    Benüt­zen Sie den Tumb­ler wenn mög­lich nur dann, wenn die Sonne nicht scheint – denn diese Ener­gie für die Wäsche­trock­nung ist gratis.
  • Kühlschrank/Gefriertruhe
    Stel­len Sie diese Geräte nicht tie­fer als 7° resp. ‑18° Cel­sius ein – weni­ger ist mehr.
  • Geschirrspüler/Waschmaschine
    Las­sen Sie diese Geräte auf dem Eco-Pro­gramm und nur kom­plett befüllt laufen.
  • Unbe­wohnte Kellerräume/Garage im Haus
    Die Hei­zung abstel­len und die Kel­ler­de­cke iso­lie­ren; dazu bie­tet der Markt viele und gute Mate­ria­lien, die auch eigen­leis­tungs­freund­lich sind.
  • Türe vom Wohnraum/Flur zum Kel­ler
    Wenn Sie diese Türe abdich­ten und wenn nötig mit einer klei­nen Schwelle ver­se­hen, dann unter­bin­den Sie den unan­ge­neh­men Käl­te­strom vom unbe­heiz­ten Kel­ler her ins Wohngeschoss.
  • Est­rich
    Ihr Est­rich ist Abstell­raum und unbe­wohnt. Auch da bie­tet sich eine gute Gele­gen­heit – wenn mög­lich in Eigen­leis­tung – viel Ener­gie zu spa­ren durch eine gute Iso­la­tion des Est­rich­bo­dens. Und zudem: end­lich haben Sie die Moti­va­tion, den Est­rich zu ent­rüm­peln, um dort anschlies­send nur noch die wich­ti­gen Sachen zu deponieren!
  • Undich­tig­kei­ten
    Anschlüsse zB. von Wand zu den Dach­bal­ken sind oft­mals undicht und es geht viel Wärme ver­lo­ren. Spü­ren Sie diese Lecks auf und stop­fen Sie diese sorg­fäl­tig mit Stopf­ma­te­rial und einer Tube Kitt.

Gehen Sie diese Tipps für Wohneigentümer*innen für eine sinn­volle Ener­gie­ein­spa­rung mit per­sön­li­chen «Ziel­vor­ga­ben» und spie­le­risch an, dis­ku­tie­ren Sie diese mit Ihren Kin­dern oder Nach­barn, die bestimmt begeis­tert mit­ma­chen und um die gröss­ten Ener­gie­ge­winne wett­ei­fern wer­den. Viele der genann­ten Tipps kön­nen Sie kurz­fris­tig und ohne Hand­wer­ker umset­zen und wenn – dann wer­den sich Ihre Inves­ti­tio­nen dank Ener­gie­ge­winn rasch amor­ti­sie­ren. Mes­sen, kon­trol­lie­ren und ver­glei­chen Sie die Resul­tate und freuen Sie sich am Erfolg und den posi­ti­ven Ergebnissen.

Viel Mut, und wenn Sie nicht mehr wei­ter­wis­sen – fra­gen Sie uns, wir hel­fen ihnen gerne weiter!

Der Autor

Hannes Heuberger

Han­nes J. Heu­ber­ger
Bera­ter Casafair Mit­tel­land
Bau­Be­ra­tun­gen hjh, Wahlen­dorf

Schlauer Sho­wer ‒ Ener­gie­spa­ren für Warmduscher

Spa­ren Sie Ener­gie ohne Abstri­che beim Kom­fort! Mit einer neuen Genera­tion spar­sa­mer Dusch­brau­sen. Casafair-Mit­glie­der erhal­ten die moderns­ten Spar­brau­sen zum Vorteilspreis.

Warm­was­ser spa­ren bedeu­tet auch, Heiz­ener­gie zu spa­ren. Das Poten­zial ist enorm: im Schnitt kön­nen pro Jahr 550 Kilo­watt­stun­den Ener­gie ein­ge­spart wer­den, so viel wie Koch­herd und Wasch­ma­schine jähr­lich zusam­men benötigen.

Casafair hat bereits Aktio­nen mit ver­güns­tig­ten Dusch­brau­sen durch­ge­führt. Bei der letz­ten Aktion haben rund 400 Casafair-Mit­glie­der auf Spar­brau­sen umge­rüs­tet und spa­ren dadurch zusam­men jähr­lich rund 220’000 Kilo­watt­stun­den Ener­gie, 3’700 m3 Warm­was­ser und emit­tie­ren rund 30 Ton­nen weni­ger CO2.

Aus aktu­el­lem Anlass wie­der­ho­len wir die Aktion. Ebenso wie im letz­ten Jahr kön­nen alle Mit­glie­der mit Öl- oder Gas­hei­zun­gen, die noch nicht auf Spar­brau­sen umge­rüs­tet haben, eine moderne Spar­brause für CHF 10.- statt CHF 37.- zu bestellen.

Die För­der­bei­träge zie­len ursprüng­lich auf die Ein­spa­rung von CO2. Darum erhal­ten alle Haus­halte, die bei der Warm­was­ser­auf­be­rei­tung bereits auf erneu­er­bare Ener­gien umge­stellt haben, eine redu­zierte För­de­rung (CHF 24.- statt CHF 37.-). Wegen der aktu­ell hohen Ener­gie­preise rech­net sich die Umrüs­tung schon nach Wochen auch finan­zi­ell. Wei­ter­hin gilt, dass pro Haus­halt maxi­mal eine Brause geför­dert wird.

Das Pro­jekt «Schlauer Sho­wer» wird finan­ziert von der Stif­tung Klik, ist vom Bun­des­amt für Umwelt bewil­ligt und wird von der Firma Sinum AG umge­setzt. Auf­trag­ge­be­rin ist myclimate.

Online-Sanierungsratgeber

Online-Sanie­­rungs­­­ra­t­­ge­­ber Renovabene

Wenn die Neben­kos­ten stei­gen, wird die Frage nach ener­ge­ti­schen Sanie­run­gen drin­gend. Der Online-Sanie­rungs­rat­ge­ber beglei­tet Vermieter*innen und Ver­mie­ter vor, wäh­rend und nach ener­ge­ti­schen Sanie­run­gen und för­dert den Aus­tausch mit Mie­te­rin­nen und Mie­tern. Er beant­wor­tet sämt­li­che Fra­gen zu Ener­ge­ti­schen Sanie­run­gen im Zusam­men­hang mit Kom­mu­ni­ka­tion, Bau, Recht und Finanzen.

Immo­bi­lien in der Schweiz sind für über 40 Pro­zent des Ener­gie­ver­brauchs und für einen Drit­tel des CO2-Aus­stos­ses der Schweiz ver­ant­wort­lich. Um die Kli­ma­ziele zu errei­chen, ist es not­wen­dig, Gebäue zu sanie­ren, mehr und schnel­ler als zuvor.

Ener­ge­ti­sche Sanie­run­gen sind mit­un­ter eine kom­plexe Ange­le­gen­heit und stel­len eine Her­aus­for­de­rung für alle Invol­vier­ten dar. Der Online-Rat­ge­ber Renova­bene beglei­tet Ver­mie­te­rin­nen und Ver­mie­ter vor, wäh­rend und nach ener­ge­ti­schen Gebäu­de­sa­nie­run­gen. Zudem unter­stützt er den Aus­tausch mit Mie­te­rin­nen und Mie­tern, denn die­ser wirkt sich posi­tiv auf den Bau­fort­schritt und das Resul­tat der Sanie­rung aus. Kurze, ver­ständ­li­che Texte, gelun­gene Bei­spiele und wei­ter­füh­rende Infor­ma­tio­nen geben Ant­wor­ten auf die wich­tigs­ten Fra­gen rund um die ener­ge­ti­sche Sanie­rung von Mehr­fa­mi­li­en­häu­sern wie die folgenden:

  • Wel­che Vor- und Nach­teile bie­tet mir die Sanie­rung einer Lie­gen­schaft im bewohn­ten Zustand?
  • Berei­tet Ihnen die ener­ge­ti­sche Sanie­rung Ihrer Lie­gen­schaft Kopfzerbrechen?
  • Lohnt sich der Bei­zug einer Imo­bi­li­en­fach­per­son für die Kom­mu­ni­ka­tion mit der Mieterschaft?
  • Wann und wie soll ich die Mie­ter­schaft erst­mals über eine geplante Sanie­rung informieren?
  • Wel­che gesetz­li­chen Bestim­mun­gen gilt es im Umgang mit der Mie­ter­schaft zu berücksichtigen?

Hei­zungs­er­satz, Wär­me­däm­mung und wei­tere Mass­nah­men loh­nen sich für Ver­mie­ter- und Mie­ter­schaft, sind aber auch her­aus­for­dernd. Um Wohneigentümer*innen bei die­ser Auf­gabe zu unter­stüt­zen, betei­ligt sich Casafair am Online-Sanie­rungs­rat­ge­ber renovabene.ch. Die­ser bie­tet Ant­wor­ten auf alle Fra­gen rund um die Sanie­rung von Mietobjekten.

renovabene.ch

Kos­ten: gra­tis zugänglich
Online seit: 2020
The­men­kreise: Pla­nung, Rea­li­sie­rung, betrieb, Finan­zen, Recht, Bau und Kom­mu­ni­ka­tion.
Träger: Ener­gie Schweiz, Bun­des­amt für Ener­gie, Bun­des­amt für Woh­nungs­we­sen
Pro­jekt­part­ner: Casafair, SVIT, zawo­net, SIG, Raiffai­sen casa, Woh­nen Schweiz, erneuerbarheizen.ch, wohn­bau­ge­nos­sen­schaf­ten schweiz
Ergänzung: locabene.ch, der Sanie­rungs­rat­ge­ber für Mie­te­rin­nen und Mieter

Per­sön­li­che Beratung

Casafair-Bera­tungs­an­ge­bot

erneuerbar heizen

«erneu­er­bar hei­zen» hat viele Vor­teile – und ist so einfach

Der Umstieg von fos­si­len Brenn­stof­fen oder einer Elek­tro­di­rekt­hei­zung auf ein­hei­mi­sche, erneu­er­bare Ener­gie hat viele Vor­teile. Das nützt nicht nur dem Klima und der Umwelt, son­dern spart auch noch Geld. Ein Heiz­sys­tem, das mit erneu­er­ba­rer Ener­gie betrie­ben wird, ist eine gute Inves­ti­tion in den Wert­er­halt und Wohn­kom­fort Ihres Ein- oder Mehrfamilienhauses.

Wenn die Hei­zung ihr Lebens­ende erreicht hat, muss es oft sehr schnell gehen. Des­halb lohnt es sich, die ver­schie­de­nen Mög­lich­kei­ten früh­zei­tig zu prü­fen. Beim Umstieg von fos­si­len Brenn­stof­fen oder einer Elek­tro­di­rekt­hei­zung auf ein erneu­er­ba­res Heiz­sys­tem kann man schliess­lich aus ver­schie­de­nen Lösun­gen wäh­len: Wär­me­pum­pen, Solar­wärme, Holz und Fernwärme.

Das Pro­gramm «erneu­er­bar hei­zen» von Ener­gie- Schweiz bie­tet viel­fäl­tige Infor­ma­tio­nen und Unter- stüt­zung zum Wech­sel auf Heiz­sys­teme mit erneu- erba­rer Ener­gie. Dabei fal­len bei sau­be­ren und zukunfts­fä­hi­gen erneu­er­ba­ren Lösun­gen zwar meist höhere Anschaf­fungs­kos­ten an, die spä­ter jedoch mit deut­lich tie­fe­ren Ener­gie- und Betriebs­kos­ten kom­pen­siert wer­den. Der Heiz­kos­ten­rech­ner von «erneu­er­bar hei­zen» bie­tet für alle Sys­teme eine erste Schät­zung der Voll­kos­ten und zeigt die mit­tel- und lang­fris­ti­gen Kos­ten­vor­teile. Zusätz­lich sen­ken ver­schie­dene För­der­bei­träge und Finan­zie­rungs­mög­lich­kei­ten die anfäng­li­chen Mehrkosten.

Impuls­be­ra­tung vor Ort

Die jewei­lige Gebäu­de­si­tua­tion ist stets von spe­zi­fi­schen Bedin­gun­gen geprägt. Des­halb lohnt sich eine indi­vi­du­elle Impuls­be­ra­tung von « erneu­er­bar hei­zen». Über 2000 Impuls­be­ra­te­rin­nen und Impuls­be­ra­ter, dar­un­ter auch Exper­tin­nen und Exper­ten von Casafair, ste­hen in der gan­zen Schweiz zur Ver­fü­gung. Sie unter­stüt­zen Haus­be­sit­ze­rin­nen und ‑besit­zer ebenso wie Stock­werk­ei­gen­tü­mer­schaf­ten nach einer Besich­ti­gung vor Ort gezielt, das pas­sende Heiz­sys­tem zu wäh­len, und bera­ten über die Kos­ten und das wei­tere Vor­ge­hen. Die Impuls­be­ra­tung wird in vie­len Fäl­len durch För­der­bei­träge vom Kan­ton, der Gemeinde oder wei­te­ren Stel­len unterstützt.

Wert­stei­ge­rung für die Zukunft

Der Wech­sel auf ein Heiz­sys­tem mit erneu­er­ba­rer Ener­gie lohnt sich. Sie kön­nen den CO2-Aus­stoss Ihrer Lie­gen­schaft gegen null sen­ken und gleich­zei­tig auf ein­hei­mi­sche Res­sour­cen ver­trauen. So stei­gern Sie den Wert ihrer Lie­gen­schaft, erhö­hen den Wohn­kom­fort und sichern die Lebens­qua­li­tät künf­ti­ger Generationen.

das Pro­gramm «erneu­er­bar hei­zen» von EnergieSchweiz

Der Umstieg von fos­si­len Hei­zun­gen oder Elek­tro­di­rekt­hei­zun­gen auf ein­hei­mi­sche erneu­er­bare Ener­gie bie­tet viele Vor­teile. Ob für Ein- oder Mehr­fa­mi­li­en­häu­ser oder Stock­werk­ei­gen­tum: «erneu­er­bar hei­zen» bie­tet wert- volle Infor­ma­tio­nen für den Umstieg auf erneu­er­bare Ener­gie und mit der Impuls­be­ra­tung fach­kun­dige Unter­stüt­zung bei der Wahl des opti­ma­len Heizsystems.

Wei­tere Infor­ma­tio­nen:
www.erneuerbarheizen.ch

Der Autor

Oli­ver Wim­mer
CRK Kom­mu­ni­ka­tion, Krea­tion & Kino

Aus «casanostra» 164

beleuchtung nachthimmel

Beleuch­tung mit Köpfchen

Es ist ein Dilemma mit der Beleuch­tung: Wenn es dun­kel ist, ver­mit­teln uns Leuch­ten im Aus­sen­raum Sicher­heit. Zu viel Licht stört jedoch den Schlaf, scha­det der Natur und bringt den Ster­nen­him­mel zum Ver­schwin­den. Hier ein paar Tipps.

Dass Städte wie Lyon, Zürich oder Luzern seit Jahr­zehn­ten eine gezielte Stra­te­gie für die Beleuch­tung des öffent­li­chen Raums ver­fol­gen, hat gute Gründe: Mit dem soge­nann­ten «Plan Lumière» möch­ten sie ihre Sehens­wür­dig­kei­ten pro­fes­sio­nell insze­nie­ren, Ener­gie spa­ren und die Licht­ver­schmut­zung reduzieren.

Auch pri­vate Hausbesitzer*innen tun gut daran, vor der Instal­la­tion neuer Leuch­ten etwas Hirn­schmalz zu inves­tie­ren. Sie beu­gen Rekla­ma­tio­nen von Nach­barn, die auf­grund von Streu­licht nicht mehr schla­fen kön­nen, vor, spa­ren Strom­kos­ten und tun der Umwelt etwas Gutes.

Nicht nur Men­schen, auch zahl­rei­che Tiere und Pflan­zen reagie­ren emp­find­lich auf Licht­emis­sio­nen. Ein paar Bei­spiele: Zug­vö­gel las­sen sich im Nebel von Kunst­licht fehl­lei­ten, frisch­ge­schlüpfte Mee­res­schild­krö­ten wan­den an Land statt ins Meer, einige Amphi­bi­en­ar­ten erschei­nen bei Beleuch­tung spä­ter aus ihrem Ver­steck und ver­lie­ren so Zeit für die Nah­rungs­su­che. Und eine Stu­die von Agro­scope und Uni­ver­si­tät Zürich hat im Früh­ling 2021 nach­ge­wie­sen, dass Stras­sen­la­ter­nen die Anzahl der Blü­ten­be­su­che von Insek­ten nicht nur nachts, son­dern auch tags­über verändern.

Weni­ger ist manch­mal mehr

Neue Tech­ni­ken und tiefe Strom­kos­ten ver­lei­ten dazu, Gebäude, Bal­kone, Gär­ten, Vor­plätze, Ein­fahr­ten oder gar Brief­käs­ten mit Leuch­ten «auf­zu­hüb­schen». Das Resul­tat: Satel­li­ten­bil­der zei­gen, dass die nächt­li­che Beleuch­tung welt­weit extrem zuge­nom­men hat. Ein Blick auf die Milch­strasse lässt sich oft nur noch in sehr länd­li­chen Gegen­den erha­schen. Der Schwei­ze­ri­sche Inge­nieur- und Archi­tek­ten­ver­ein bie­tet mit der SIA-Norm 491 zur «Ver­mei­dung unnö­ti­ger Licht­emis­sio­nen im Aus­sen­raum» eine gute Check­liste, um neue Leuch­ten und den Betrieb der Anla­gen zu planen.

Regel 1: Not­wen­dig­keit über­prü­fen
Hin­ter­fra­gen Sie Ihre Beleuch­tungs­pläne. Brau­chen Sie wirk­lich eine neue Leuchte am Haus­ein­gang oder reicht das Licht der Stras­sen­be­leuch­tung voll­auf? Falls die neue Leuchte tat­säch­lich sicher­heits­re­le­vant ist, ach­ten Sie auf Leucht­mit­tel, die wenig Ener­gie verbrauchen.

Regel 2: Nach unten leuch­ten, nie nach oben!
Wenn der Licht­strahl nach unten gerich­tet wird, ver­mei­den Sie, dass Licht in die Atmo­sphäre abstrahlt.

Regel 3: Aus­rich­ten und abschir­men
Kugel­leuch­ten sind zwar hübsch, aber pfui! Unnö­tige Licht­strah­len, die in den Nacht­him­mel, in Nach­barspar­zel­len, Natur­räume oder andere uner­wünschte Flä­chen ein­drin­gen, sind direkt an der Quelle zu ver­mei­den! Ach­ten Sie des­halb dar­auf, dass der Licht­strahl genau dort­hin gerich­tet wird, wo Sie ihn brau­chen, und dass der Rest der Leuchte abge­schirmt ist.

Regel 4: Objekte nur so hell beleuch­ten wie nötig
Wäh­len Sie die rich­tige Beleuch­tungs­stärke. Natür­lich gilt es, bei einem Gebäude die Vor­schrif­ten punkto Beleuch­tungs­stärke und ‑dichte zu beach­ten; unnö­tig über­schrei­ten muss man diese Vor­ga­ben jedoch nicht.

Regel 5: Leucht­dauer zeit­lich begren­zen
Hand aufs Herz: Brennt in Ihrem Trep­pen­haus oder am Ein­gangs­tor zum Gar­ten die ganze Nacht das Licht? Zeit­schalt­uh­ren und Bewe­gungs­mel­der spa­ren Strom und för­dern die Nachtruhe.

Aus «casanostra» 163

Cover von casanostra 163 | November 2021

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Die Autorin

Mirella Wepf
Mirella Wepf
Journalistin

Mehr Infor­ma­tio­nen

SIA-Norm 491

Energiewende - Strommix

Wie grün ist Ihr Standardstrom?

Ener­gie­wende: Die Klima-Alli­anz Schweiz und der Strom­ver­gleich myNe­w­Energy moti­vie­ren Konsument*innen mit einer inter­ak­ti­ven Karte, ihren loka­len Stan­dard­strom zu kon­trol­lie­ren. So kön­nen alle zur Ener­gie­wende beitragen.

Obschon Grün­strom eine gute Akzep­tanz hat, den­ken viele Pri­vat­haus­halte nicht an einen Pro­dukt­wech­sel. Viele Strom­ver­sor­ger bie­ten neben dem auto­ma­tisch zuge­teil­ten Stan­dard auch Pro­dukte mit öko­lo­gi­schem Mehr­wert an. Mit dem Kauf die­ser Pro­dukte oder von Solar­zer­ti­fi­ka­ten kön­nen auch Pri­vat­haus­halte aktiv zur Ener­gie­wende bei­tra­gen. Strom ist der wich­tigste Ener­gie­trä­ger im Kampf gegen die Kli­ma­krise, die Nut­zung von nach­hal­tig pro­du­zier­tem, erneu­er­ba­rem Strom ein zen­tra­les Ele­ment der Ener­gie­wende. Die Klima-Alli­anz Schweiz und der Strom­ver­gleich myNe­w­Energy möch­ten mit der «Strom­land­schaft Schweiz» eine breite Öffent­lich­keit sen­si­bi­li­sie­ren und zum Wech­sel auf Pro­dukte mit öko­lo­gi­schem Mehr­wert moti­vie­ren. Auf der inter­ak­ti­ven Karte unter stromlandschaft.ch kön­nen Stromkund*innen für ihre Post­leit­zahl die Qua­li­tät des Stan­dards anhand der Farbe sehen. Anhand wei­ter­füh­ren­der Infor­ma­tio­nen kön­nen Kund*innen zu Strom wech­seln, der die Ener­gie­wende vor­an­treibt – dies direkt beim Strom­ver­sor­ger oder über mynewenergy.ch.

Was­ser­strom reicht für die Ener­gie­wende nicht aus

Schon heute besteht der Schwei­zer Stan­dard gröss­ten­teils aus Was­ser­kraft. Auf der Karte sind das die gel­ben Flä­chen. Das ist grund­sätz­lich gut, für die Ener­gie­wende aber nicht gut genug. Um den bis 2035 weg­fal­len­den Atom­strom zu erset­zen, müs­sen rasch neue erneu­er­bare Ener­gien wie Solar- oder Wind­kraft aus­ge­baut wer­den. So sieht es auch die Ener­gie­stra­te­gie 2050 des Bun­des vor. «Anhand der Strom­karte wol­len wir auf­zei­gen, wo die Strom­wende auf Kurs ist und wo sie an Tempo zule­gen muss», erklärt dazu myNe­w­Energy-Geschäfts­lei­te­rin Chris­tina Mar­chand. Die Strom­wende zu mehr Solar­ener­gie oder Strom aus zer­ti­fi­zier­ten Anla­gen (Label natu­re­made) ist schon für wenige Fran­ken im Monat zu haben, bezo­gen auf einen 4‑Per­so­nen-Haus­halt (zwei Erwach­se­nen und zwei Kin­der) und einen Ver­brauch von 3470 kWh / Jahr. 

Elek­tri­zi­täts­werk der Stadt Zürich, EZW: Upgrade von ewz.natur (Stan­dard: 78 % Was­ser) auf ewz pro­na­tur (100 % natu­re­made Star) monat­lich 4 Franken/Monat.

BWK Ener­gie: Upgrade von Energy Blue (Stan­dard: 96 % Was­ser, 4 % Erneu­er­bare) zu Energy Green (100 % Solar) 8 Franken/Monat.

Pri­meo Ener­gie: Upgrade von Pri­meo Stan­dard (83 % Was­ser natu­re­made Basic, 9 % Erneu­er­bare natu­re­made Star) zu Pri­meo Grün (30 % Solar, 70 Was­ser natu­re­made Star) 13 Franken/ Monat.

Cen­tral­schwei­ze­ri­sche Kraft­werke CKW: Upgrade von Clas­sic­Strom (Stan­dard: 100 % Was­ser) zu Mein­Re­gio­Strom (100 % Solar) 3 Franken/Monat

Repower AG: Acqua­power (Stan­dard: 100 % Was­ser) zu Pur­e­power (67 % Was­ser, 28 % Solar natu­re­made star) 14 Franken/Monat.

Romand Energy: Upgrade von Terre Suisse (Stan­dard, 100 % Was­ser) zu Terre d’ici (50 % Solar) 5 Franken/Monat.

Aus «casanostra» 163

Cover von casanostra 163 | November 2021

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Die Autorin

Foto der Autorin Beatrice Jäggi

Bea­trice Jäggi
mynewenergy.ch

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Ein Heiz­kos­ten­test lohnt sich

Dank ein­fa­chen Mass­nah­men könn­ten in der Schweiz jährlich meh­rere Hun­dert Mil­lio­nen Fran­ken an Heiz­kos­ten ein­ge­spart wer­den. Ein Heiz­kos­ten­test lohnt sich des­halb. Ein ein­fa­ches Online-Tool zeigt das Spar­po­ten­zial auf und gibt Tipps für ein­fa­che Mass­nah­men in Stock­werk­ei­gen­tum und Mietliegenschaften.

Der Heiz­kos­ten­test, an des­sen Ent­wick­lung auch Casafair betei­ligt ist, ermög­licht den Ver­gleich der Heiz­ne­ben­kos­ten der eige­nen Wohn­gung mit dem Schwei­zer Durschnitt. Der Check rich­tet sich an Ver­wal­te­rin­nen und Besit­zer von Miet­lie­gen­schaf­ten oder Stock­werk­ei­gen­tum (StoWe). Für den Test genü­gen die Anga­ben der letz­ten Heiz­ne­ben­kos­ten­ab­rech­nung. Nebst dem Spar­po­ten­zial zeigt der Heiz­kos­ten­test ein­fa­che Spar­mass­nah­men für Stock­werk­ei­gen­tü­me­rin­nen und Mie­ter auf. Ein Heiz­kos­ten­test lohnt sich des­halb rasch.

Mit ein­fa­chen Tipps gegen zu hohe Heizkosten

Ein häufiger Streit­punkt bei Stockwerkeigentümer*innen ist der unter­schied­li­che Wärmebedarf. Was tun, wenn einer jeden Tag ein Voll­bad nimmt und 24 Grad in der Woh­nung braucht, während die Bewoh­ne­rin nebenan ledig­lich duscht und mit 20 Grad Raum­tem­pe­ra­tur aus­kommt? «Da gibt es nur Eines: Den Warm­was­ser- und den Heizwärmeverbrauch sepa­rat mes­sen», rät Alfons Schmid, der die Kam­pa­gne Heiz­kos­ten­test bei Ener­gie Zukunft Schweiz betreut. Mit einer sol­chen verbrauchsabhängigen Heiz­kos­ten­ab­rech­nung (VHKA) zahlt jeder Woh­nungs­be­sit­zer für den eige­nen Heiz- und Warm­was­ser­ver­brauch. Vor­ge­hen: Antrag an der nächsten StoWe-Ver­samm­lung stellen.

Wei­tere Mass­nah­men zum Geld und Ener­gie spa­ren sind zum Beispiel:

  • Was­ser­spa­rende Arma­tu­ren mit Durch­fluss­be­gren­zern in Dusch­brause und Wasserhähnen installieren.
  • Die Betriebs­op­ti­mie­rung des Heiz­sys­tems durch eine Fach­per­son. Die Erfah­rung zeigt, dass bis zu einem Drit­tel aller ther­mi­schen Solar­an­la­gen nicht rich­tig oder schlecht läuft. Das merkt häufig nie­mand, weil es ja immer schön warm in der Woh­nung ist. Dafür sorgt die Gas­hei­zung – auch wenn die Solar­an­lage nicht lie­fert. Auch eine Wärmepumpe kann falsch ein­ge­stellt sein.
  • Alte Umwälzpumpen erset­zen, da sie gegenüber neuen, effi­zi­en­ten Model­len ein Mehr­fa­ches an Strom brau­chen. Viele Umwälzpumpen lau­fen oft auf Voll­tou­ren; sie soll­ten aber nur bei Bedarf anspringen.
  • Ver­teil­rohre in der Heiz­zen­trale für Warm­was­ser und Hei­zung dämmen.
  • Ser­vice­abo überprüfen ; eine Kon­kur­renz­of­ferte ein­ho­len. Oft läuft ein überteuertes Abo über Jahre, ohne dass man sich darum kümmert.
  • Ersatz des strom­fres­sen­den Elek­tro­boi­lers durch einen Wärmepumpenboiler ; damit las­sen sich zwei Drit­tel Strom sparen.
  • Wenig benutzte Zim­mer schlies­sen und die Raum­tem­pe­ra­tur via Ther­mo­stat auf 18 Grad her­un­ter­set­zen. Neue smarte Ther­mo­sta­ten las­sen sich sogar pro­gram­mie­ren, sodass man während der Arbeits­zeit aus­ser Haus die Wärme herunterschaltet.
  • Heizkörper nicht zustel­len durch Möbel oder Vorhänge.
  • Zwei bis drei Mal am Tag Querlüften. Keine Fens­ter auf Kipp­stel­lung in der Heizsaison.
  • «Der Ersatz der Hei­zung sollte gut im Vor­aus geplant wer­den», rät Alfons Schmid, «vor allem wenn sie 15 Jahre und älter ist». Dazu gehört eine Ver­gleichs­rech­nung mit ande­ren Heiz­sys­tem, in der die Betriebs- und Ener­gie­kos­ten eva­lu­iert wer­den. « Man sollte bei­zei­ten Offer­ten ein­ho­len, sodass man bereit ist, wenn die Hei­zung aus­steigt.» Dies sei umso inter­es­san­ter, als die CO2-Abgabe jetzt lau­fend stei­gen werde. In der gan­zen Schweiz wird der Wech­sel von fos­si­len Hei­zun­gen zu sol­chen mit erneu­er­ba­rer Ener­gie finan­zi­ell gefördert. Ölheizungen sind bereits nicht mehr die günstigste Vari­ante, wenn man eine Voll­kos­ten­rech­nung über zwan­zig Jahre macht.

Der Win­ter kommt…

Die Tage wer­den kür­zer, das Wet­ter küh­ler, die Blät­ter fal­len. Der Win­ter kommt und mit ihm eine Reihe von wie­der­keh­ren­den Auf­ga­ben und Fra­gen. Casafair hat für Sie nützt­li­che Rat­ge­ber zum Win­ter­an­fang zusammengestellt.

Den Gar­ten einwintern

Laub­blä­ser: Das grosse Reinemachen?

Ein Heiz­kos­ten­test lohnt sich

Keine Chance dem Schimmel

Die Solar­an­lage im Winter

Vor­sicht ist bes­ser als Nachsicht

Schnee­räu­mung im Weg­recht: Wer zahlt?

Solar­strom für Mieterschaft?

«Wir möch­ten auf unse­rer bestehen­den Miet­lie­gen­schaft eine Pho­to­vol­taik-Anlage rea­li­sie­ren. Was ändert sich für die Mietenden?»

Der Solar­strom vom Dach ist güns­ti­ger als der Strom aus dem Netz. Mit dem Bau einer PV-Anlage wer­den Sie als Betrei­be­rIn auto­ma­tisch zum/zur Strom­pro­du­zen­tIn. Sie dür­fen den Mie­te­rIn­nen den Solar­strom ver­kau­fen. Dazu muss ein Zusam­men­schluss zum Eigen­ver­brauch (ZEV) gegrün­det wer­den. Die Ände­run­gen wer­den übli­cher­weise in einem Zusatz zum Miet­ver­trag und einem Rah­men­ver­trag vom Elek­tri­zi­täts­werk for­ma­li­siert. Die Inves­ti­tion wird über die Lauf­zeit von 25 Jah­ren abge­schrie­ben und durch den Solar­strom­ta­rif amortisiert.

Was ändert sich für die Mieterschaft?

  • Mie­tende wer­den mit der Teil­nahme am ZEV zum Solar­strom­be­zug ver­pflich­tet. Die Zuge­hö­rig­keit zum ZEV kann jedoch auch ver­wei­gert wer­den. Der Strom vom Dach darf nicht mehr als Strom aus dem Netz kos­ten. Die Revi­sion der Ener­gie­ver­ord­nung (EnV) sieht zudem eine auf­ge­teilte Ein­spa­rung vor: Neu darf die Hälfte der Preis­dif­fe­renz zwi­schen dem mitt­le­ren Strom­pro­dukt und dem eige­nen Solar­strom ver­rech­net werden.
  • Die Strom­rech­nung kommt nicht mehr vom Elek­tri­zi­täts­werk, son­dern von der ZEV-Ver­wal­tung. Dabei kom­men zwei Vari­an­ten in Frage: a) Die Lie­gen­schafts­ver­wal­tung ver­rech­net den Strom via Neben­kos­ten oder b) ein exter­ner Dienst­leis­ter for­dert direkt ein. Die Auf­wände für die Ver­wal­tung sind im Strom­preis inte­griert. Bei den meis­ten Lösun­gen ist die Abrech­nung viel trans­pa­ren­ter als bis­her und oft wird eine Visua­li­sie­rung der Strom­flüsse via App angeboten.
  • Gemein­sam kann nur noch ein Pro­dukt aus dem Netz bezo­gen wer­den, da gegen­über dem Ver­teil­netz­be­trei­ber nur noch ein Anschluss vor­han­den ist. Grund­sätz­lich muss die Mit­be­stim­mung bei all­fäl­li­gen Ände­run­gen des exter­nen Strom­pro­dukts gewähr­leis­tet sein.

Fazit: Die Mie­te­rIn­nen zah­len weni­ger für qua­li­ta­tiv höhe­ren Strom. Das ist eine Win-Win-Situa­tion für beide Sei­ten und zudem freut es die Umwelt!

Der Autor

Amadeus Wittwer
Ama­deus Wittwer
Geschäfts­lei­ter Ener­gie Genos­sen­schaft Schweiz

Cool blei­ben, wenn draus­sen die Sonne brennt

Heisse Som­mer sind häu­fi­ger gewor­den, inten­si­ver und län­ger. Dicht besie­delte Gebiete sind dabei stär­ker betrof­fen, weil sich hier die Hitze staut. Eine Bro­schüre des BFE zeigt auf, wie Woh­nun­gen und Arbeits­plätze ein­fach und strom­spa­rend vor Wärme geschützt wer­den können.

Der Kli­ma­wan­del stellt die Gesell­schaft vor eine neue Situa­tion. Sie muss ler­nen, die Hitze im All­tag zu inte­grie­ren – pri­vat und am Arbeits­platz. Dabei geht es nicht nur um die Gesund­heit. Ein heis­ser Som­mer bleibt auch wirt­schaft­lich nicht ohne Fol­gen; er kos­tete 2015 zwei Mil­li­ar­den Fran­ken, weil weni­ger pro­duk­tiv gear­bei­tet wurde. Abhilfe schaf­fen ein­fa­che Mass­nah­men, die rasch Lin­de­rung brin­gen – ohne Geräte.

Vor­keh­run­gen treffen

Der Schutz vor der Hitze beginnt bereits früh am Mor­gen. Noch bevor die Son­nen­strah­lung an die Haus­fas­sade knallt, müs­sen aus­sen­lie­gende Lamel­lens­to­ren, Roll­lä­den und Mar­ki­sen her­un­ter­ge­las­sen wer­den. Son­nen­schirme auf Bal­ko­nen ver­hin­dern, dass sich der Beton erhitzt und abstrahlt. Wird vor­gän­gig beim Lüf­ten noch kühle Mor­gen­luft ins Haus gelei­tet, so kann viel Mor­gen­fri­sche in den Wohn- und Büro­räu­men zurück­be­hal­ten wer­den. Die zen­trale Frage ist: Wer macht die Früh­schicht und den «Storen­dienst», wenn die Sonne schon vor 7 Uhr ans Haus strahlt? Ganz klar: Büro­teams müs­sen sich abspre­chen, wer am Mor­gen das Quer­lüf­ten und die Beschat­tung besorgt.

Arbei­ten in der Früh und Siesta über Mittag

Ins­be­son­dere am Arbeits­platz kann Hitze sehr belas­tend für den Kör­per sein. Mit der Wahl der Klei­dung kann der Raum­auf­ent­halt ange­nehm gestal­tet wer­den. Wer es sich erlau­ben kann, soll im Büro zu leich­ter Klei­dung wie Shorts oder Kurz­är­mel-Shirts wech­seln. Und natür­lich soll man viel Was­ser trin­ken und leicht essen. Zum Schutz vor unnö­ti­ger Wärme wird emp­foh­len, Licht, Geräte und Appa­rate aus­zu­schal­ten, wenn sie nicht benö­tigt wer­den. Aber auch auf orga­ni­sa­to­risch-betrieb­li­cher Ebene las­sen sich Mass­nah­men gegen die Hitze tref­fen: Man ver­legt die Arbeits­zei­ten auf den frü­hen Mor­gen, ver­län­gert die Pause über den Mit­tag und sucht am Nach­mit­tag kühle Orte im Haus zum Arbeiten.

Kli­ma­ge­räte sind Stromfresser

«Viele Büro- und Gewer­be­räume lie­gen in dicht­ge­bau­ten Städ­ten – mit wenig Vege­ta­tion, dafür viel Asphalt und Beton», stellt Co-Autorin Michèle Bät­tig von Stand­punkt 21 fest. Darum seien hier Mass­nah­men gegen die Hitze beson­ders wich­tig. Der Som­mer 2018 hat gezeigt, dass die Men­schen über­stürzt mit dem Kauf von mobi­len Kli­ma­ge­rä­ten reagie­ren. Sol­che Panik­käufe sind trü­ge­risch, denn die meis­ten Geräte ver­brau­chen ers­tens sehr viel Strom, und zwei­tens sind sie äus­serst inef­fi­zi­ent: Mit der ver­meint­li­chen Kühle ist es nicht weit her, denn die Abwärme des Raums muss über einen Schlauch nach draus­sen gelei­tet wer­den – wobei gleich­zei­tig (warme!) Aus­sen­luft her­ein­strömt. Damit ver­pufft der Kühl­ef­fekt weit­ge­hend. Fest instal­lierte Split-Kli­ma­ge­räte sind wirk­sa­mer, aber viel teu­rer. Dabei ist das Kühl­ag­gre­gat fix an der Aus­ser­mauer ange­bracht; Abwärme und Lärm blei­ben draussen.

Ven­ti­la­to­ren – ein­fach und effizient

«Ven­ti­la­to­ren ver­brau­chen viel weni­ger Ener­gie als Kühl­ge­räte», sagt Co-Autor Eric Bush von Top­ten, «näm­lich gerade mal 30 Watt, wäh­rend es bei Kli­ma­ge­rä­ten 1000 Watt sind.» Und sie sind auch bedeu­tend bil­li­ger. Ein Ven­ti­la­tor bewegt die Raum­luft mecha­nisch; der Luft­strom kühlt ange­nehm und ver­hin­dert eine Schich­tung der Luft. Beson­ders effi­zi­ent sind auch fest instal­lierte Decken­ven­ti­la­to­ren mit gros­sen Flü­geln; sie dre­hen lang­sam und machen kaum Lärm. Und sie sind nicht ein­mal teuer. Mobile Modelle für auf den Tisch oder in Stän­der­aus­füh­rung haben meist Stu­fen­schal­tung und Schwenkfunktion.

Der Autor

Stefan Hartmann

Ste­fan Hart­mann
Jour­na­list BR

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Die neue Bro­schüre des Bun­des­am­tes für Ener­gie «COOL BLEIBEN. Wär­me­schutz von Büro- und Gewer­be­räu­men» beschreibt und zeigt ein­fach umsetz­bare Kühlmassnahmen.

Infra­rot­hei­zun­gen: Der fal­sche Weg

In Schwei­zer Haus­hal­ten ste­hen fast eine Vier­tel­mil­lion Elek­tro­hei­zun­gen. Sie gehö­ren zu den gröss­ten Strom­fres­sern im Land. Nun sol­len alte Elek­tro­hei­zun­gen durch Infra­rot­hei­zun­gen ersetzt werden.

Die etwa 240 000 Elek­tro­hei­zun­gen in Schwei­zer Haus­hal­ten ver­geu­den 2,8 Mil­li­ar­den Kilo­watt­stun­den Strom – das ent­spricht unge­fähr der Jah­res­pro­duk­tion des AKWs Müh­le­berg. In den Mona­ten Novem­ber bis Februar absor­bie­ren die Elek­tro­hei­zun­gen rund die Hälfte der gesam­ten Schwei­zer AKW-Kapa­zi­tät oder fast einen Fünf­tel des gesam­ten Lan­des­strom­ver­brauchs. Dabei behei­zen die Elek­tro­hei­zun­gen nur knapp sie­ben Pro­zent aller Schwei­zer Woh­nun­gen. «Diese inef­fi­zi­ente Tech­no­lo­gie ver­schwen­det hoch­wer­ti­gen Strom zur Pro­duk­tion der nie­der­wer­ti­gen Ener­gie­form Wärme wie Raum­wärme oder Warm­was­ser», kri­ti­siert Jürg Buri von der Ener­gie­stif­tung Schweiz SES. «Wenn wir Elek­tro­hei­zun­gen mit Pel­lets­hei­zun­gen oder Erd­wär­me­pum­pen ersetz­ten, könn­ten wir uns ein AKW sparen.»

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